Käsrieber Chronik4

"In de Wiehri, in de Wiehri do git’s Backsteikäs am Vieri!"

 

So heißt ein alter Neckvers aus der Inflationszeit.

Es wird behauptet, das in jener Zeit trotz großer Arbeitslosigkeit  in der Wiehre eine rege Bautätigkeit herrschte und es  sich Bauarbeiter leisten konnten, ein anständiges Backsteikäsvesper zu essen.

Diese Begebenheit nahm 1951 eine Wiehremer Stammtischrunde zum Anlass, aktiv an der wieder entstandenen Freiburger Fasnet mitzuwirken.

Edith Band, Bruno Köbele, Erich Brandenberger, August Stärk, Karl Wehrle und weitere Freunde begründeten im Gasthaus Sonne in der Basler Straße die Zunft der Unterwiehremer Käsrieber!

Erster Zunftvogt wurde Erich Brandenberger.

 

Gründung

 

An der Fasnet 1952 trat man zum ersten Mal mit dem Häs, bestehend aus einer blauen Pluderhose, einem roten Hemd mit Pluderärmel, einem blauen Bolero und einer mit Glöckle besetzten Spitzenkappe auf.

 

Nach der Fasnet 1952 wechselte der Zunftvogt auf August Stärk und die Käsrieber wurden in die Breisgauer Narrenzunft aufgenommen.

 

BNZ

 

Als Patenzünfte standen die Friburger Hemdglunker aus dem Kronenviertel und das Erznarrennest der blauen Narren zur Verfügung.

1957 wurde das Häs umgestaltet.

Blaue und rote käseförmige Filzflecken auf einem Anzug, ein breiter Ledergürtel mit eingeätzter Maske und Zunftnamen sowie vier großen Glocken, auf den Schultern aufgenähte Käsereiben und eine käseweiße Holzmaske mit freundlichem Gesicht bildeten von nun an das Häs.

In der Hand wird ein Schellenbengel, ebenfalls mit Käsereiben besetzt, getragen.

Gestaltung und Entwurf stammen von Helmut Löffler, der zur  gleichen Zeit auch neuer Zunftvogt wurde.

 

Häs

 

Seit 1958 haben die Käsrieber auch einen eigenen Narrentanz, der von Bruno Köbele einstudiert und bis heute unverändert beibehalten wurde.

Seit fast vierzig Jahren veranstalten die Käsrieber jährlich zur Fasneteröffnung einen großen Zunftabend für die Freiburger Zünfte und etliche auswärtige Freunde.

1963 wurde Rudi Scholl Zunftvogt.

Seit dieser Zeit haben die Käsrieber auch eine zunftinterne Symbolfigur, das "Käsbibberle", welches von einem vom Zunftrat erwählten Aktiven dargestellt wird und als Hüter der "Zunftmoral" fungiert, indem es am Ende seiner Amtszeit den Mitgliedern ihre "Schandtaten" aufzeigt und einen Rückblick auf das vergangene Jahr hält.

1966 wurde der Zunft  zum ersten mal das Protektorat der BNZ Übertragen.

1973 feierten die Käsrieber ihr erstes Jubiläum und zwar 2 x 11 Jahre, ein Novum in der Freiburger Fasnet.

In den 70er Jahren fand eine Mitgliederexpansion statt, die auf dem Höhepunkt Anfang der 80er Jahre einen Rekordhästrägerstand von 78 Hästrägern plus 25 Narrensome verzeichnete.

Allerdings ist dieser Zuwachs nicht etwa durch  Aufnahme von "Fremden" zustande gekommen, sondern ausschließlich durch eigenen Nachwuchs oder "Anheirat".

Bester Beweis  dieser sogenannten Eigengewächse ist unser aktueller Zunftrat, der sich  fast ausnahmslos aus dem eigenen Narresome zusammensetzt.

1977 gab Rudi Scholl, der 1975 von der BNZ zum Oberzunftvogt ernannt wurde, sein Amt an Bernd Heß ab.

Zum 3 x 11 jährigen Jubiläum 1984 wird ein eigener Hästrägerorden geschaffen, der den Aktiven vorbehalten ist und genauso wie Maske und Gschell Eigentum der Zunft bleibt.

 

Orden

 

1988 wurde eine ganz besondere Freundschaft begründet.

Die "Rumer Muller" aus Rum bei Innsbruck (Tirol) sind erstmals Gäste der Käsrieber in Freiburg und weitere Besuche folgten. 1997 zum Beispiel besuchten die Käsrieber die Muller anlässlich eines traditionellen Mullertreffens, an dem wir die Ehre hatten als einzige Gastzunft einer anderen Fasnachtslandschaft teilnehmen zu dürfen. Zu unserem 50-jährigen Jubiläum waren Sie wieder unsere Gäste und wir waren eine Woche später wieder zu Gast in Rum.

1988 wurde Bernd Heß zum Oberzunftvogt und Übergab sein Amt an Herbert Benz.

1997 übernahm Ralf Höll das Amt des Zunftvogtes und führte so die Zunft ins zweite "Halbjahrhundert" der Zunftgeschichte mit einem weiteren Novum in der Freiburger Fasnet: einem "Doppelprotektorat".

Dieses gemeinsame Protektorat war mit der Zunft der Waldseematrosen, die ihrerseits ihr 100-jähriges Zunftjubiläum feierten.

 

2010 übernahm Andreas Schober das Amt des Zunftvogts, nachdem Ralf Höll zum Oberzunftvogt ernannt wurde.

Seit April 2017 ist Daniel Kenk als neuer Zunftvogt tätig.

Auch innerhalb der BNZ sind die Käsrieber ein wichtiger Faktor.

Seit 35 Jahren sind sie mit verschiedenen Aktiven in der BNZ Geschäftsführung der BNZ vertreten. Eine große Zahl der Säulenleiter und andere Helfer am Fasnetmendig Umzug wurde und wird von den  Käsriebern gestellt. Auftritte bei den BNZ-Kappensitzungen über 20 Jahre hinweg zum Beispiel mit den "Putzfrauen" Frau Schmelzle und Frau Pfefferle oder dem Wiehremer Bauernpaar Babett und Schorsch gehörten ebenso zum närrischen Engagement, genauso wie die Teilnahme an der Straßenfasnet mit einem "Narrenquiz" für Kinder.